Überziehen Sie Ihr Bankkonto nicht länger als 90 Tage

Viele Banken dulden Überziehungen – auch über den vereinbarten Kreditrahmen hinaus. Passen Sie aber auf, dass Sie mit Ihrem Konto immer einmal wieder drei bis fünf Tage in das vereinbarte Limit hineinkommen. Besser noch: sogar ins Haben.

Und überziehen Sie Ihr Konto niemals länger als 90 Tage über das vereinbarte Limit hinaus. Denn sonst ist Ihre Bank aufgrund von Rating-Vorschriften gezwungen, den Kredit und Sie als Kunden als „gefährdet“ einzustufen. Unter Umständen werden Sie sogar in eine Problemkunden-Bankabteilung umgeschlüsselt.

Achtung: Manch eine Bank hat intern eine noch kürzere Frist als 90 Tage festgelegt. Fragen Sie also Ihren Banker einmal ganz offen, ab wie vielen Tagen Überziehung Ärger droht.

Tipp: Mit zwei Bank-Verbindungen kann man Zahlungen elegant einmal hierhin und einmal dorthin leiten und das Problem so umschiffen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

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Bankkonto am Limit? Drei schnell wirksame Gegenmittel!

Ihre Liquidität ist derzeit angespannt? Folgende drei Methoden bringen relativ schnell (innerhalb von wenigen Wochen) Entlastung:

Factoring: Eine Factoringgesellschaft kauft Ihre Forderungen auf und schreibt Ihnen das Geld innerhalb von ein paar Tagen gut. Dann kümmert sich die Gesellschaft selber darum, das Geld einzuziehen. Es gibt verdecktes Factoring (die Forderungen werden nur still abgetreten und der Kunde merkt nicht, dass hier Factoring im Spiel ist) und offenes Factoring (die abgetretene Forderung wird von der Factoringgesellschaft selber eingezogen). Nachteil: Offenes Factoring ist bei manchen Kunden unbeliebt. Im Zweifel vorher fragen, ob Ihr Kunde etwas dagegen hat. Vorteil: Wenn Sie einen durchschnittlichen Forderungsbestand von 400.000 Euro haben, haben Sie innerhalb weniger Wochen 400.000 Euro mehr auf dem Konto.

Sale and lease back: Eine Leasinggesellschaft kauft Ihre Maschinen und schreibt Ihnen den Verkaufserlös sofort gut. Anschließend leasen Sie die Maschinen zurück. Meistens nach zwei bis vier Jahren können Sie die Maschinen für „‘nen Appel und ein Ei“ wieder ablösen und dann gehören sie Ihnen wieder. Nachteil: Eine teure Methode, die zudem den Spielraum für Kreditaufnahmen wegen Wegfalls von Sicherheiten einschränkt. Vorteil: Sofort liquiditätswirksam.

Vorfinanzierung des Wareneinkaufs: Dieses Instrument nennt man Fine­trading. Ein Finanzdienstleister kauft die Ware für Sie ein und die Rechnung geht an den Dienstleister. Geliefert wird unverändert an Sie und Sie haben bis zu drei Monate Zeit, die Rechnung zu bezahlen. Allerdings wird für den zweiten Monat 0,75 bis 1,5 Prozent Zuschlag verlangt, für den dritten Monat meistens 1,0 bis 1,75 Prozent. IZW-Leserservice: Mehr Informationen zu Finetrading finden Sie hier.

Wo finden Sie Anbieter? Factoring und sale and lease back wird von allen größeren Banken angeboten. Finetrading gibt es nur von unabhängigen Finanzdienstleistern. Am besten geben Sie alle drei Stichworte einmal in eine Internet-Suchmachine ein und suchen sich einen Anbieter Ihres Vertrauens heraus.

Fazit: Alle drei Instrumente sind nicht billig, aber auch nicht viel teurer als Bank-Überziehungszinsen. Und billiger als Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit sind sie allemal.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau