Wann auf Bauleistungen auch Grunderwerbssteuer fällig wird

Das ist bekannt: Wer von einem Bauträger ein Grundstück kauft und diesen dann mit der Errichtung des Gebäudes beauftragt, muss auch für die Bauleistung Grunderwerbssteuer zahlen. Aber: Sucht man sich hingegen nach dem Grundstückskauf für die Bau­leistung eigenständig eine Baufirma, wird auf die Bauleistung keine Grund­erwerbssteuer fällig.

Überraschung: Falls die Baufirma und der Verkäufer des Grundstücks „heimlich“ zusammenwirken, wird volle Grunderwerbssteuer fällig – selbst wenn der Erwerber von dem „Komplott“ gar nichts weiß. Der Fall lag so: Ein Bauherr kaufte ein Grundstück von seiner Bank und beauftragte zwei Wochen später eine Baufirma, die sich bei ihm gemeldet hatte, da sie „zufällig“ von diesem Grundstückskauf erfahren hatte. Was der Bauherr nicht wusste: Die Baufirma hatte einen Vermittlungsvertrag mit der Bank abgeschlossen, die eine Provision von der Baufirma erhielt, falls diese zum Zuge kam.

Urteil des Bundesfinanzhofs: Damit fällt auch auf die Bauleistungen Grund­erwerbssteuer an (BFH, 19.06.13, II R 3/12, DB 13, 2249). Und das kann heutzutage richtig teuer werden: Denn die Grunderwerbssteuer beträgt mittlerweile je nach Bundesland bis zu 6,5 Prozent.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

Wofür es auch 40 Prozent Vorab-Abschreibung gibt

Viele denken beim Investitionsabzug (IAB) nur an bewegliche Anlagegüter. Dabei kann man dieses Instrument auch für viele Einbauten in Immobilen nutzen, solange es sich dabei um „Betriebsvorrichtungen“ handelt. Diese gelten nämlich per Definition als „beweglich“, selbst wenn sie fest in ein Gebäude eingebaut sind.

Dazu gehören z. B.: Lastenaufzüge, Kühlaggregate, Photovoltaikanlagen, Befeuchtungsanlagen, Reinräume, Schallisolierungen.

Beispiel: Die X-GmbH baut in ihre neue Produktionshalle einen Lastenaufzug für 50.000 Euro und eine Klimaanlage für Maschinen für 100.000 ein. Sie kann – maximal schon drei Jahre vorher – 60.000 Euro abschreiben (40 Prozent von 150.000 Euro).

Übrigens: Personenaufzüge und Klimaanlagen für Büros gelten nicht als Betriebsvorrichtung, sondern als Gebäudebestandteil und berechtigen somit nicht zum IAB, weil sie als „unbeweglich“ gelten.

Weitere Voraussetzungen für den IAB: Das Eigenkapital darf maximal 235.000 Euro betragen. Zum IAB gibt es jetzt ein neues BMF-Schreiben, das unter anderem klarstellt: Auch für GWGs kann man den IAB nutzen. Und: Den IAB kann man nun auch nachträglich im Einspruchsverfahren bilden. (BMF, 20.11.13, BStBl. I 13, 1493)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

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