Acht Stunden, eine Minute Abwesenheit, besser als acht Stunden

Bisher konnte man bei den Reisekosten sechs Euro Verpflegungsmehraufwand geltend machen oder einem Arbeitnehmer steuerfrei auszahlen, wenn dieser mindestens acht Stunden vom Betrieb und von der Wohnung weg war. Ab 2014 gibt es zwölf Euro. Das ist erst einmal schön.

Ein kleiner, aber feiner Unterschied ab 2014: Die zwölf Euro gibt es nicht bei mindestens, sondern bei mehr als acht Stunden Abwesenheit. Das sollte man vor allem bedenken, wenn Formulare im Umlauf sind, wo man ankreuzt: Acht Stunden, neun Stunden usw. Eine Minute Überschreitung reicht schon aus, um in den Genuss der zwölf Euro zu kommen.

Übrigens: Die Zwischenstufe mit mindestens 14 Stunden Abwesenheit fällt ab 2014 weg (BMF, 30.09.13, BStBl. I 13, 1279, Rz. 46). Die zwölf Euro gibt es eben schon ab acht Stunden und einer Minute.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

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Wer Miterben abfindet, kann Steuern sparen

Falls Sie Immobilien gemeinsam mit anderen erben und Ihre Miterben abfinden, können Sie für den abgefundenen Teil höhere Abschreibungen ansetzen. Nur für den Anteil, den Sie direkt geerbt haben, bleibt es bei der Fortführung der Abschreibung Ihrer Eltern.

Beispiel: Ihre Mutter stirbt und hinterlässt Ihnen und Ihrem Bruder je zur Hälfte eine Eigentumswohnung im Wert von 300.000 Euro. Damit Sie Alleineigentümer werden können, zahlen Sie Ihrem Bruder 150.000 Euro. Diese 150.000 Euro können Sie wieder von neuem abschreiben. Angenommen, der Anteil Grund und Boden wäre ein Drittel, dann würden Sie 100.000 Euro mit zwei Prozent = 2.000 Euro abschreiben. Für die andere Hälfte führen Sie die Abschreibungen Ihrer Mutter fort.

Vorsicht: Falls Ihre Mutter die Wohnung vor weniger als zehn Jahren gekauft hat, kann bei Ihrem Bruder ein Spekulationsgewinn entstehen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau