Kosten für die Betriebsübergabe an die Kinder abziehbar?

Falls Sie Ihr Unternehmen an Ihre Kinder übertragen, werden dabei in aller Regel hohe Beratungs- und Notarkosten anfallen. Die Finanzverwaltung lässt den Abzug als Betriebsausgabe aber nicht zu, weil sie sagt, die Betriebsüber­gabe sei rein privat durch familiäre Überlegungen veranlasst.

Dagegen hat der Bund der Steuerzahler nun ein Musterverfahren angestrengt, das unter dem Aktenzeichen IV R 44/12 beim Bundesfinanzhof anhängig ist.

Tipp: Falls Sie Kosten für die Unternehmensnachfolge hatten, sollten Sie diese durchaus als Betriebsausgabe deklarieren (aber bitte nicht heimlich versteckt, sondern ganz offen erkennbar für das Finanzamt, sonst könnten Sie sich Ärger einhandeln). Und falls das Finanzamt den Abzug ablehnt, legen Sie Einspruch gegen den Bescheid ein und beantragen unter Hinweis auf das oben genannte Aktenzeichen „Ruhen des Verfahrens“ nach § 363 Abgabenordnung.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

Kinderfreibetrag kann nun leichter übertragen werden

Eigentlich bekommt jedes Elternteil nur den halben Kinderfreibetrag – egal ob er sich auswirkt oder nicht. Nur in den Sonderfällen, dass der andere Elternteil verstorben war oder im Ausland lebte, kam bis 2011 eine Übertragung in Betracht.

Das ist neu: Mit Wirkung ab dem Steuerjahr 2012 ist die Übertragung nun auch möglich, falls ein Elternteil das Kind allein unterhält.

Beispiel: Herr X und seine Freundin haben ein Kind. Die Mutter des Kindes arbeitet nicht und hat auch sonst keine Einkünfte. Ab dem Steuerjahr 2012 kann Herr X beantragen, dass ihr halber Kinderfreibetrag auf ihn übertragen wird. Dieser kann damit 7.008 statt 3.504 Euro absetzen und spart dadurch maximal 3.104 Euro Steuern statt bisher maximal 1.551 Euro.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau