Steuerprüfer drehen durch bei EU-Exporten

Lieferungen in ein anderes EU-Land sind umsatzsteuerfrei, wenn sicher ist, dass die Ware tatsächlich dorthin gelangt. Das ist immer dann unproblematisch, wenn man die Ware selbst transportiert oder einer ordentlich arbeitenden Spedition übergibt. Kritisch sind meist die so genannten „Abhol¬fälle“.
In diesen Fällen taucht der Unternehmer aus dem anderen EU-Land persönlich in Deutschland auf und er selbst oder ein Beauftragter holt die Ware ab und bestätigt, dass er sie in ein anderes EU-Land exportieren wird.

In einem konkreten Fall wollte das Finanzamt die Umsatzsteuerfreiheit streichen, weil die Unterschrift auf der Passkopie des Abholers von der Unterschrift auf der Empfangsbestätigung erheblich abwich. Dies hält das Finanzgericht Niedersachsen jedoch für eine überspitzte Anforderung.

In einer anderen Konstellation war man aber strenger: Hier sollte ein Auto laut Rechnung nach Italien geliefert werden, laut Frachtbrief der abholenden Spedition ging der Wagen aber nach Frankreich. Das sei ein Widerspruch, dem man hätte nachgehen müssen. Weil das nicht passiert ist, wurde hier die Umsatzsteuerfreiheit gestrichen. (FG Niedersachsen, 11.08.11, 5 K 96/08, Revision unter Az BFH XI R 17/12)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Eichenau

Kontokorrent: Wie Sie Ihr Rating verbessern und Zinsen sparen

Viele Unternehmen haben einen Kontokorrentkredit, von dem sie einen Bodensatz das ganze Jahr über nutzen. Das hat zwei Nachteile: Erstens zahlt man dafür zu viel Zinsen und zweitens ergibt sich eine wich¬tige Kennziffer für das Bankenrating, nämlich die Umschlagshäufigkeit.

Was bedeutet die Umschlagshäufigkeit? Angenommen, Sie haben einen Kontokorrentkredit von 200.000 Euro und einen Kontoumsatz im Jahr von zwei Millionen (gemeint sind hier Geldeingänge auf Ihr Geschäftskonto). Dann ist Ihre Umschlagshäufigkeit zehn (zwei Millionen Euro geteilt durch 200.000). Angenommen, von den 200.000 Euro nutzen Sie 100.000 ständig aus, Ihr Kontostand schwankt also immer zwischen minus 100.000 und minus 200.000 Euro. Wenn Sie den Bodensatz in ein Bankdarlehen umfinanzieren, sinkt der Kontokorrentkredit auf 100.000 Euro und die Umschlagshäufigkeit steigt dadurch von zehn auf 20 (zwei Millionen Euro geteilt durch 100.000 Euro Konto¬korrentkredit). Und je höher die Umschlagshäufigkeit, desto besser für Ihre Rating-Note.

Nebenbei sparen Sie Zinsen: Kontokorrentzinsen liegen oft zwischen sechs und neun Prozent pro Jahr. Bankdarlehen bekommt man zur Zeit bei entsprechenden Sicherheiten oft zwischen vier und fünf Prozent. Wenn Sie ein Grundstück als Sicherheit hinterlegen können, können Sie sogar unter drei Prozent kommen.

Fazit: Ein dauerhaft ausgenutzter Kontokorrentkredit kostet unnötig Geld und schadet Ihrem Bankenrating.

Ihr Steuerberater für Eichenau
Alfred Gesierich